TECH • 19. Feb 2026 • 5 Min Lesezeit

Legacy-Code Refactoring ohne Stillstand

Technische Schulden abbauen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Symbolbild: Refactoring als kontinuierlicher Prozess

Situation (Symptom)

Ihr habt einen Monolithen oder ein altes System, das „irgendwie“ läuft.

Jede Änderung fühlt sich riskant an. Releases dauern. Bugs kommen zurück. Niemand will die kritischen Stellen anfassen – und neue Features werden immer teurer.

Was wirklich dahinter steckt (Mechanik)

  • Legacy ist nicht „schlechter Code“, sondern unklare Risiken.
  • Ihr habt zu wenig Sichtbarkeit, wo Änderungen sicher sind.
  • Refactoring scheitert, wenn es als „Großprojekt“ geplant wird statt als kontinuierlicher Umbau.

Kosten (Impact)

  • Geschwindigkeit sinkt, obwohl mehr Leute dran sind.
  • Qualität wird politisch: „Bitte nichts anfassen.“
  • Architekturdiskussionen ersetzen Lieferung.
[ WERKZEUGE ]

2 Tools für Montag

1

30-Min Stop-Doing für technische Schulden

Ziel: Erst den Schmerz stoppen, dann umbauen.

Ablauf (30 Minuten, Team):

    • Liste: Top-5 Stellen, die regelmäßig Stress machen.
    • Pro Stelle: „Was machen wir gerade, das den Stress verstärkt?“
      Beispiele: ungeprüfte Hotfixes, fehlende Review-Regeln, Releases ohne Rollback.
    • Entscheidet eine Stop-Doing-Regel für 2 Wochen.
      (z. B. „Kein Hotfix ohne minimale Absicherung / kein Merge ohne Review“)
2

Schnittstellen zuerst – die 20-Min Entscheidungshilfe

Ziel: Umbau ohne Big-Bang.

Ablauf (20 Minuten):

    • Wählt eine Funktion, die oft geändert wird.
    • Definiert eine klare Grenze:
    • Input/Output (Daten)
    • Seiteneffekte (DB, APIs)
    • Verantwortlicher Bereich
    • Ergebnis: „Diese Funktion wird ab jetzt über eine Schnittstelle angesprochen.“

Das ist der Start für Entkopplung – ohne Rebuild.

Training, das wirklich wirkt.

Kein Bullshit-Bingo, keine Motivations-Folien. Nur Methoden, die im Tech-Alltag bestehen.